Besuch im historischen Zentrum des slowenischen Widerstands

Pressestelle - Kärnten

20. September 2025

Am 17. August 2025 fand eine von der AG Bildung der KPÖ Kärnten/Koroška – mit freundlicher Unterstützung des Kärntner KZ-Verbands – organisierte Exkursion in den Kočevski Rog in den Dinarischen Alpen statt. Während des Zweiten Weltkriegs war dieses Karst-Gebirgsmassiv eines der wichtigsten Zentren der Befreiungsbewegung in Slowenien und des Widerstands gegen die italienischen und deutschen Besatzer. Krankenhäuser, Schulen, Druckereien, das wissenschaftliche Institut für nationale Fragen (unter Mitwirkung des Kärntner Slowenen Luka Sienčnik)  und ein Währungsinstitut – all dies und mehr ist im Kočevski Rog errichtet worden, der so zu einer Art Staat im Staat wurde. Dessen hinter dichten Fichtenreihen versteckte und z. T. in tiefe Dolinen gebaute „Hauptstadt“ war die Baza 20, die von 1943 bis 1944 dasHauptquartier der politischen und militärischen Führung der slowenischen antifaschistischen Befreiungsfront(Osvobodilna fronta, OF) und das Ziel unserer Reise war. Neben der OF-Führung fanden Mitglieder des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Sloweniens, des Antifaschistischen Rats der Nationalen Befreiung Jugoslawiens, des Agitprop-Komitees, Zeitungsredaktionen, technisches Personal  u. a. in den 26 Hütten der Baza Unterkunft und Räume für ihre Arbeit. So lebten dort durchgehend mind. 140 Menschen (zwischenzeitlich auch ein KPÖ-Leitungsmitglied), von denen die meisten nicht wussten, wo genau sie sich befinden; so streng waren die Sicherheits- und Geheimhaltungsmaßnahmen, dank denen die Baza – trotz intensiver Suche der zuerst italienischen und dann deutschen Okkupanten – nie gefunden wurde. Dies macht die Baza 20 zum einzigen Hauptquartier einer europäischen Widerstandsbewegung, das derart versteckt errichtet worden und nach wie vor großteils authentisch erhalten ist. Seit 1994 obliegt die Baza der Verantwortung des Regionalmuseum Dolenjsko, das sich um die Erhaltung und Restaurierung der Hütten kümmert und vor Ort eine Dauerausstellung installiert hat. Durch diese wurden wir von Kurator und MuseumsmitarbeiterJože Sajegeführt, der sich viel Zeit für die Fragen aus unserer Gruppe genommen und uns mit Vorfreude auf den nächsten Besuch der Baza 20 hinterlassen hat.