Ein Skate-Hotspot im Europapark?!


Ein Skate-Hotspot im Europapark?!
Bea Samwald, Landessprecherin
6. April 2026
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Von Klagenfurt als „Hotspot für Skateboarder“ konnte man kürzlich in der Printausgabe von MeinBezirk lesen. Der Skatepark im Europapark sei – mitsamt seiner Halfpipe – ein „Evergreen“ der lokalen Skateszene. Ganz so, als wäre es 2004 und die Kids würden mit Discman in den Hosentaschen über frisch betonierte Rampen flitzen.
Dabei ist der tatsächliche Zustand des Skateparks doch leicht überprüfbar und längst bekannt: Die Halfpipe sowie alle anderen größeren Rampen wurden spätestens 2022 dauerhaft entfernt. Die letzte Sanierung liegt mehr als zehn Jahre zurück. Wie mangelhaft selbst diese "Generalsanierung" war, zeigte die Skaterin Karin Schweizer, die bereits drei Jahre später eine lange Liste an Mängel präsentierte.
Ist ein Park-Objekt einmal kaputt geworden, ist es für immer verschwunden. Seit mehreren Jahren ist der Zustand daher – wie die Kleine Zeitung 2024 titelte – „katastrophal“. Ein Blick auf die Unterstützung in der Bevölkerung zeigt, dass der Bedarf nach einer modernen Skateanlage groß ist. Bei einer Petition der IG „Europapark Skatepark Klagenfurt“ konnten mehr als 1.300 Unterschriften für eine Neugestaltung des Skateparks gesammelt werden. Der Rollsportverein und Urban Playground fordern seit Jahren eine echte Lösung statt halbherziger Reparaturen.
Pläne für eine Neugestaltung gibt es ebenso lange. Diese sehen auch eine Erneuerung der Calisthenics-, Basketball- und Volleyballplätze vor. Rund 1,5 Millionen Euro Baukosten müsste die Stadt dafür aufbringen. Doch genau hier zeigt sich, welche Prioritäten in der Stadtpolitik gesetzt werden. Für Prestigeprojekte, Events oder Imagekampagnen schien immer Geld vorhanden gewesen zu sein – wenn es jedoch um Freizeitangebote für Jugendliche geht, wird plötzlich jeder Euro infrage gestellt.
Dabei wäre eine moderne Sport- und Freizeitanlage keine Verschwendung, sondern eine Investition in die Lebensqualität der Stadt. Ein funktionierender Skatepark bedeutet Bewegung statt Konsumzwang, Begegnung statt Langeweile und einen öffentlichen Raum, der jungen Menschen tatsächlich gehört.
Jugendpolitik darf nicht nur aus Sonntagsreden bestehen. Wer ständig davon spricht, dass Klagenfurt/Celovec eine „jugendfreundliche Stadt“ sein soll, muss auch bereit sein, in entsprechende Infrastruktur zu investieren. Der Skatepark in Feschnig sowie die Trendsporthalle Megapoint ersetzen keinen gut ausgestatteten und frei zugänglichen Skatepark in unmittelbarer Nähe zum See, der viele Jahre ein zentraler Treffpunkt der Szene war.
Statt also PR-Geschichten über einen angeblichen „Skate-Hotspot“ zu verbreiten, müssen Medien die Verfehlungen der Stadtpolitik konsequent benennen. Und die Stadtpolitiker:innen müssen endlich dafür sorgen, dass Klagenfurt/Celovec wieder einen Skatepark bekommt, der diesen Namen auch verdient.