Der Kunst ihre Vielfalt

So bringt KPÖplus Bewegung in die Kunst- und Kulturpolitik:

  • Finanzielle Gleichbehandlung der Gesamtheit der freien Kunst- und Kulturinitiativen mit den offiziellen Kunst- und Kultureinrichtungen oder drastische Reduktion der Kulturtankersubventionen zugunsten der freien Szene.
  • Existenzsicherung aller in Klagenfurt/Celovec lebenden Künstler*innen durch Grundeinkommen, Projektförderungen und/oder Auftragsarbeiten.
  • Wochen der Begegnung mit einem niederschwelligen und vielfältigen Kunst- und Kulturangebot im öffentlichen Raum.
  • Leerstandsnutzung für Artist-in-Residence-Programme.
  • Mehr junge Kunst, mehr feministische Kunst, mehr slowenische Kunst, mehr queere Kunst, mehr mehrsprachige Kunst, mehr von allem, was mehr ist als eine Stadt mit einem Opernstadl und einem verrammelten Landesmuseum.
  • Einrichtung einer Stadtbibliothek und eines Stadtmuseums unter Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit und Multikulturalität der Stadt.
  • Autonome Zonen am Lendhafen und am Messegelände für die freie Szene.
  • Offenlegung des Kulturberichts und transparente Vergabe von Kultursubventionen.

Ob nun jeder Mensch Künstler*in ist, sein kann oder sein sollte, sei dahingestellt – sicher ist: wollen Kunstschaffende von ihrer Kunst leben, müssen sie diese in der Regel bewerten lassen. Wenn allein Regierende und ihre Gremien diese Bewertung vornehmen, ist die herrschende Kunst nicht viel mehr als die Kunst der Herrschenden. Mit der Vergabe von Kulturförderungen wird derzeit im Namen des Landes oder der Stadt ausgesprochen, was diese oder jene Kunst wert ist. Laut den aktuellsten öffentlichen Daten, dem Kulturbericht 2018 entnommen, sind Kärnten 11 Produktionen im Stadttheater 13 x so viel wert wie alle anderen Theaterproduktionen in diesem Land zusammengenommen. Das Stadttheater und das Landesmuseum sind dem Land Kärnten – wohl aber nicht den meisten Kärntner*innen – 2,2 x mehr wert als die Gesamtheit aller anderen Kunst- und Kulturinstitutionen und aller Künstler*innen und Kulturschaffenden des Landes. Von den rund 27 Millionen Euro des Kulturbudgets streift sich das Stadttheater fast 11 Millionen ein.

Klagenfurt/Celovec hat es bis dato nicht geschafft – oder nicht schaffen wollen –, einen Kulturbericht zu veröffentlichen. Das Kulturbudget der Stadt ist dementsprechend kleiner, doch an den Verhältnissen ändert das nichts. Eine Stadtbibliothek und ein Stadtmuseum lassen noch immer auf sich warten, dafür wird ein nicht nur inhaltlich verwahrlostes Landesmuseum weiterhin kräftig subventioniert. Sechs Millionen erhält auch das Stadttheater Jahr für Jahr, während viele Künstler*innen in Klagenfurt/Celovec am Hungertuch nagen.

KPÖplus will der Kunst ihre Vielfalt und der Vielfalt ihre Kunst ermöglichen. Das starre Bewertungssystem muss zerschlagen und durch eine radikaldemokratische und somit völlig transparente Förderungspolitik ersetzt werden.

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