Nevzat Sagis, Listenplatz 5

Nevzat Sagis ist selbständiger Gastronom und kandidiert am Listenplatz 5 für KPÖplus.

Nevzat Sagis war gezwungen, wegen Covid seine Imbissstube mit viel Aufwand auf Lieferdienst umzustellen:

„Ich hoffe, dass ich meinen Betrieb so durch die Krise bringen kann. Viele, die sich in ähnlicher Lage befinden, können das nicht und haben bereits aufgegeben. Ohne Umsatz haben sie auch keine Chance, Fixkosten zu berappen. Die versprochenen Unterstützungen sind für viele schwierig zu beantragen. Wenn du z. B. 2019 keinen Gewinn gemacht hast, weil du in Ausstattung, Miete usw. investiert hast und deswegen keine schwarzen Zahlen gemacht hast, kriegst du gar nichts. Und wenn du erst 2020 Umsätze gemacht hast, auch nicht – obwohl du schon seit einem Jahr ums Überleben kämpfst. Sozialversicherungs- und Kassenbeiträge werden nur gestundet, und teilweise jetzt schon eingeklagt. Von Mietbeihilfen war zwar die Rede, aber nur die Rede, sonst nichts. Viele, die auf Bankkredite angewiesen waren, mussten Schluss machen, weil Banken aussteigen.

Mit einem Wort: Es gibt da ein fundamentales Missverhältniss; das ist einerseits die Großzügigkeit der Regierung, mit der sie Konzerne mit riesigen Mitteln aus dem Covid-Hilfsprogramm bedient, Kurzarbeit finanziert usw., und da ist andererseits die Gleichgültigkeit, mit der sie Einzel- und Kleinbetriebe behandelt. Obwohl das auch Arbeitsplätze sind, und zwar zehntausende.

Ich fürchte, dass diese Art von Covid-Politik zu einem gewaltigen Konzentrationsschub führt, denn  nach der Krise wird die Zahl der stillgelegten oder in den Konkurs geschlitterten Kleinunternehmen ziemlich sicher riesig sein. Das wird natürlich auch die Gemeinden in Mitleidenschaft ziehen.

Das alles müsste eigentlich ein klares Signal für eine weitblickende Kommunalpolitik sein, sich um den Erhalt dieser Arbeitsplätze zu engagieren. Und nicht von Arbeitsplätzen bei Amazon zu fabulieren, die nicht nur prekär sind, sondern dem Gemeinwesen so gut wie keine Steuereinnahmen bringen und in erster Linie der weiteren Bereicherung eines der weltweit reichsten Männer bzw. Konzerne dienen.“

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