Štefica Gazibara: „Bildung ohne Klassenprivilegien!“

Štefica Gazibara kandidiert am Listenplatz 6 für KPÖplus. Als Späteinsteiger-Studierende aus Nichtakademikerhaushalt, liegt ihr ein freier Zugang zur Bildung, ohne Klassenpriviliegien besonders am Herzen.

„Bildung ist eines der höchsten Güter einer Gesellschaft, ist ein Menschenrecht. Bildung trägt zum Fortbestand des Friedens und der Demokratie bei und gibt unser kulturelles Wissen über die Generationen weiter. Ich finde es wichtig, dass allen Menschen gleichermaßen ein freier Zugang zur Bildung ermöglicht wird. Doch leider findet im Rahmen des neoliberalen Wohlfahrtsstaatsabbaus immer mehr eine Ökonomisierung der Bildung statt.
Mit der von der türkis-grünen Regierung geplanten UG-Novelle (Universitätsgesetz-Novelle) passiert genau das – (universitärere) Bildung wird zu einem Luxusgut. Es wird noch schwieriger, Studium und Beruf, Kinderbetreuung, chronische Erkrankungen oder Pflegeverpflichtungen zu vereinbaren. Wer nicht innerhalb der ersten zwei Jahre eine gewisse Leistung erbringt, wird exmatrikuliert und für zehn Jahre gesperrt! Besonders in Corona-Zeiten führt diese Leistungseinforderung zu einer noch weiteren Prekarisierung der Lebensumstände vieler Studierender. Somit werden das Studieren und damit die Bildung in Perspektive einem elitären Kreis vorbehalten bleiben. Als Kind von Arbeiter und Arbeiterin, noch dazu mit Migrationshintergrund, musste ich selbst erfahren, wie schwierig es ist, ohne Unterstützung reicher Eltern zu studieren.
Auch auf der politischen Ebene sollen laut der UG-Novelle Veränderungen stattfinden. Dem Senat soll der Großteil seiner Kompetenzen abgesprochen werden. Die Rektori:innen sollen künftig vom Universitätsrat (der aus externen, teils von politischen Parteien bestimmten Personen besteht) wiederbestellt werden. Somit hätte der Senat kein Mitspracherecht mehr und eine parteipolitische Einflussnahme auf universitäre Strukturen wäre unausweichlich. Wenn die Politik die Studienpläne bestimmt, wo bleibt da die Freiheit der Wissenschaften und Lehre! Das widerspricht jeglichen demokratischen Prinzipien.
Klagenfurt war und ist eine beliebte Universitätsstadt. Diese Veränderungen hätten auch einen unmittelbaren Einfluss auf das Stadtleben. Prekäre Verhältnisse bedeuten weniger Studierende, und der gegen kleinere humanistische Studienrichtungen (wie z. B. Slawistik) gerichtete Trend zugunsten Wirtschaft und Recht, Betriebswirtschaftslehre usw. ist auch nicht gerade förderlich für die Buntheit der Stadt.“

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