Landeskulturpreis für Johann Kresnik

Am vergangenen Wochenende wurde der Kärntner Landeskulturpreis 2020 online und posthum an Johann Kresnik verliehen. Das freut uns sehr.
Johann Kresnik, geboren in St. Margarethen/Šmarjeta bei Bleiburg/Pliberk, war ein international hoch angesehener Akteur und Protagonist des choreographischen Theaters, das er als politische Intervention verstand und in dieser Form entwickelte. Er bezog mit riesiger Energie und darstellerischer Wucht Stellung gegen Ausbeutung, Faschismus und Verwischung von Klassenwidersprüchen. Er sah sich als Mitdenker und künstlerischer Akteur für eine Alternative zum modernen Leibeigentum, als das er das System, in dem wir leben, betrachtete und radikal in Frage stellte.
Bis zu seinem Lebensende war er solidarisches und kritisches Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs. So war er auch im Jahre 1998 Mitgestalter des Treffens des Bundesvorstands und der Kärntner Landesleitung der KPÖ mit leitenden Funktionären und Funktionärin des Kärntner Partisanenverbands am Peršmanhof, als seitens des Bundesvorstands das Bedauern über das Verhalten der seinerzeitigen KPÖ-Führung im Kominform-Konflikt den Kärntner slowenischen WiderstandskämpferInnen gegenüber ausgedrückt wurde.
Mitglieder der KPÖ Kärnten/Koroška, darunter auch Bundessprecher Mirko Messner, hatten Johann Kresnik wenige Tage vor seinem Tod im Klagenfurter Klinikum besucht. »Niemand von uns hatte seinen plötzlichen Tod erwartet, im Gegenteil: in alter Frische und voller Kraft unterhielt er sich mit uns über seine zwei nächsten Projektideen: eine Hommage an die Architektin Grete Schütte-Lihotzky im Klagenfurter Volkshaus, das nach ihren Plänen errichtet worden war, sowie eine Freiluft-Inszenierung auf dem Bleiburger Hauptplatz zum Thema Ustascha- und Neofaschismus«. Wir hatten das Gefühl, so Messner, »dass Johann am liebsten gleich mit uns das Klinikum verlassen hätte, um ans Werk zu gehen.«

> http://kpoe.at/kultur/2019/trauer-um-johann-kresnik

Ein nahezu historisches Foto aus dem Jahr 1998: Johann Kresnik im Kreis österreichischer KommunistInnen, Künstlerkollegen und führender Mitglieder des Kärntner slowenischen Partisanenverbands vor dem PartisanInnendenkmal am Peršmanhof. Von links nach rechts stehend: die Schriftsteller und Publizisten Janko Messner, Arthur West und Jože Rovšek, KPÖ-Bundesvorstandsmitglieder Michael Graber, Hans Höllisch und Mirko Messner, Zala Kuchar-Jelka, Mitbegründerin der Kärntner slowenischen Antifaschistischen Frauenfront und Leitungsmitglied des Verbands der Kärntner Partisanen, Tonči Schlapper, slowenischer Autor und Kulturfunktionär. Hockend von links nach rechts: Marjeta Einspieler, Mitglied der KPÖ-Landesleitung Kärnten/Koroška, Johann Kresnik, Walter Baier, damaliger KPÖ-Vorsitzender, sowie Peter Kuchar, Vorsitzender des Verbands der Kärntner Partisanen.

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